Die ökonomische Auswirkungen der Coronavirus-Krise zeigen sich nicht nur in Italien, sondern auch in der Schweiz. Hier stellen rund 20% der Arbeitnehmer schon gegen Ende März auf Kurzarbeit um. Die Schweiz versucht diese wirschaftliche Krise für Selbständige, Freiberufler und KMU zu lindern. Doch was bietet Deutschland für Freischaffende, Selbständige und Ihr KMU? Mehr dazu hier.

COVID-19 Kurzarbeit und KMU

Die Bundesagentur für Arbeit erklärt, dass Kurzarbeitergeld (KUG) bis zum Umfang von 67 Prozent des Nettoentgelts, das Betroffenen durch den Arbeitsausfall entgeht, bezahlt wird. Die Arbeitsagentur informiert in Kürze auch im Merkblatt Kurzarbeitergeld (KUG): Corona Virus: Informationen für Unternehmen.

Mikro-, Kleinst- und Kleinunternehmen werden vom statistischen Bundesamt definiert nach Umsatz- und Beschäftigten­größenklassen. Kleinunternehmen (KMU) sind Unternehmen, die bis zu 249 Vollzeitbeschäftigte haben und einen Umsatz von bis 50 Millionen Euro verzeichnen. Damit fallen gut 99 Prozent aller Unternehmen in diese Kategorie. Unternehmen, die 250 Vollzeitangestellte und mehr sowie über 50 Millionen Euro Umsatz machen, sind je nach Land nur ca 1 – 2 Prozent aller in einem Land ansässigen Unternehmen.

KategorieWann gibt es Kurzarbeitergeld?
Selbständige und FreiberuflerSelbstständige und Solo-Selbstständige erhalten kein Kurzarbeitergeld. Hier greifen die Wirtschaftshilfen, die Bund und Länder beschlossen haben (siehe unten). Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.
KMUKurzarbeitergeld (FAQ) gibt es, wenn mindestens 10 Prozent, der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Für ausgefallene Arbeitsstunden werden angefallene Sozialversicherungsbeiträge von der Agentur für Arbeit zu 100 Prozent rückerstattet. Der Bezug auf KUG ist dabei bis zu 12 Monate lang möglich.

Es gibt keine Sonderregelung, wenn die Beschäftigten im Home Office oder am PC in der häuslichen Quarantäne wie gewohnt arbeiten können und damit weiterhin ihren Lebensunterhalt verdienen!

Wie wird die Zahl der Beschäftigten festgesetzt?

Stichtag für die Berechnung der Mitarbeiterzahl ist der 31.12.2019. Es gilt die Wochenarbeitszeit der Beschäftigten. Zur Umrechnung von Teilzeitkräften und 450 Euro-Jobs in Vollzeitbeschäftigte, gilt:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden und Auszubildende = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Der Unternehmer selbst ist dabei mitzuzählen. Auszubildende werden nur dann mitgezählt, wenn durch ihre Anrechnung die Förderobergrenze von 50 Beschäftigten nicht überschritten wird. Als Beschäftigter zählt, wer mit dem Unternehmen zum oben genannten Stichtag einen laufenden Arbeitsvertrag hat/hatte.

Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen

Die Bundesregierung hat ein 50-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm aufgesetzt, um kleine und kleinste Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in der globalen Krise zu unterstützen. Dabei geht es um unbürokratisch zu gewährende Soforthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Voraussetzung sind „wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona“, die im Antrag versichert werden müssen. Folgende Zuschüsse sind vorgesehen:

  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente): bis zu 9.000 Euro.
  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten: bis zu 15.000 Euro.
  • Selbstständige erhalten leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. Die Vermögensprüfung wird dabei für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden

Einige Bundesländer haben eigene Soforthilfe-Programme aufgesetzt, wie z.B. das Land Baden-Württemberg – Antrag hier. Die Einteilung sieht hier ähnlich aus, wie bei den Soforthilfen des Bundes. Die Soforthilfe gilt für alle Selbstständigen und Unternehmen, die bis zu 50 Beschäftigte haben.

Rheinland Pfalz bietet Kredite zu besonders günstigen Bedingungen z.B. mit einer Laufzeit von 6 Jahren. Diese sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums bis Ende des Jahres 2021 zins- und tilgungsfrei.

Datenqualität Coronavirus: Verwirrung um Fallzahlen führt zu falschen Entscheidungen.
Finanzencheck: Umsatzeinbrüche und Liquiditätsengpässe durch das Coronavirus

Corona-Soforthilfen: Adressen und Ansprechpartner in den Bundesländern

Während der Corona-Krise bieten die Landesförderinstitute Förderprogramme und Bürgschaften für KMU, Selbständige und Freiberufler. Hier eine Liste aller zuständigen Banken auf einen Blick (sollten Sie bemerken, dass eine Bank fehlt, hinterlassen Sie uns diese bitte in einem Kommentar unter dem Beitrag):

Tipp: Für KMU und Selbständige hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Hotline eingerichtet, unter der man sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren kann +49 30 18615 1515 Mo-Fr., 9-17 Uhr.

Coronavirus: KfW-Kredite für Selbstständige und KMU

Die KfW-Bank vergibt Kredite zu besonderen Konditionen. Freiberufler und KMU können neben großen Betrieben bei der KfW-Bank einen Kredit aufgrund der COVID-19-Pandemie beantragen. Der Antrag läuft im Normalfall über die eigene Bank. Die Wartezeit beträgt hier allerdings mehrere Wochen. Inwiefern sich die Wartezeit wegen den besonderen Ressourcen-Allokationen der Banken verringern wird, ist zur Zeit unklar.

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