Statements und News vom DMV

Die deutsche Marketingbranche befindet sich weiterhin in einer tiefen Krise. Nachdem die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen der kommenden Monate im April zum wiederholten Male auf ein Allzeittief seit Beginn der Erhebung gefallen waren, erholen sich diese Indikatoren teilweise deutlich im Mai, bleiben jedoch auf sehr niedrigem Niveau.

Der Geschäftsklimaindex steigt um 6,6 Punkte im Vergleich zum April und ist mit 68,9 Zählern dennoch der zweitniedrigste jemals gemessene Monatswert. 

Nachdem sich die Stimmung in der deutschen Marketingbranche bei den Erhebungen im März und April im freien Fall mit Verlusten von insgesamt 27,8 Punkten befand, stimmen die Mai-Indikatoren damit vorsichtig optimistisch. Ebenso verhält sich der ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Gesamtwirtschaft, der im Mai um 5,3 Punkte auf 79,5 Zähler steigt.

Lesen Sie hier die detaillierten Informationen des Mai Barometers

Der 47. Deutsche Marketing Tag wird nicht wie geplant Ende dieses Jahres in Berlin stattfinden, sondern wird auf nächstes Jahr verschoben. Das haben die drei Veranstalter (Deutscher Marketing Verband, Management Forum und absatzwirtschaft) gemeinsam entschieden.

Grund dafür sind die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, die eine Durchführung als Präsenzveranstaltung und Networking-Event so wie in der Vergangenheit nicht erlauben.

„Der Deutsche Marketing Tag lebt von den persönlichen Begegnungen und dem direkten Austausch der Teilnehmer“, sagt Ariane Derks, Geschäftsführerin des Deutschen Marketing Verbands. „Stand heute wird dies in der bisherigen Form nicht möglich sein. Die Verschiebung auf nächstes Jahr ist uns nicht leichtgefallen, aber die Gesundheit von Teilnehmern und Referenten hat für uns oberste Priorität.“

Die Veranstalter werden die Zeit nutzen, Konzept und Ablauf des Deutschen Marketing Tags zu überarbeiten und an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die bereits angemeldeten Teilnehmer werden schriftlich über die Absage der Veranstaltung informiert und erhalten eine Gutschrift des Rechnungsbetrages, die dann zurückgefordert oder auf eine andere Veranstaltung der Handelsblatt Media Group umgebucht werden kann.

Hier geht es zur offiziellen Pressemeldung.

EMC Umfrage zur Corona Krise Resultat

Die European Marketing Confederation (EMC) hat ihre Mitglieder aus verschiedenen Verbänden in eine mehrere Länder umfassende Umfrage zum Thema Coronavirus und Marketing integriert.

Unter den zugehörigen Verbänden des EMC sind zum Beispiel das Chartered Institute of Marketing, der Littauische Marketing Verband und der Swiss Marketing Verband, aber auch der DMV. Das EMC hat die jeweiligen Mitgliederorganisationen dieser Verbände – für den DMV sind das die Mitglieder der 64 deutschen Marketing Clubs – zum Thema Coronavirus und Marketing befragt.

Die Umfrage beruht auf einer kleinen Rücklaufquote. Trotzdem sind die gezogenen Rückschlüsse, die zu den 10 Erkenntnissen für Marketing Experten führten interessant für die Praxis. Sie demonstrieren auf eindrucksvolle Weise, was den Marketing Professionals im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie Sorgen macht. Speziell interessieren uns die möglichen Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und den Menschen.

Thematik der Studie

Die European Marketing Confederation (EMC) sammelte die Antworten ihrer Mitgliedsverbänden aus ganz Europa. Das größte Interesse lag darin, herauszufinden, welche Marketing Strategien in ganz Europa angewendet werden, um die COVID-19 Krise bestmöglich zu bewältigen.

10 Marketing Gebote zur Meisterung der Corona Krise: Marketing Fürsprecher der Kunden
10 Marketing Gebote zur Meisterung der Corona Krise: Marketing Fürsprecher der Kunden

Neue Erkenntnisse

Natürlich hat die Krise oft zur Folge, dass die finanziellen Ressourcen neu betrachtet und eingeteilt werden müssen, da ansonsten zum Beispiel die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. Eine Stornierung von externen Aufträgen und der Abbruch von Projekten ist an einigen Stellen empfehlenswert, das werden einige Manager aus ihrer Organisation her kennen, da sonst Gelder verloren gehen. Dass viele Firmen in Deutschland und der Schweiz einen Teil der Mitarbeiter auf Kurzarbeit angemeldet haben, war schon früh zu erwarten.

Auch wenn die Theorie empfiehlt, in Krisensituationen das Marketing Budget nicht zu kürzen, zeigt die Umfrage, dass die Praxis in Krisenzeiten der Theorie gegenüber steht und das Marketing Budget Federn lassen muss. Da überrascht auch die Aufforderung, Kosten mithilfe einer Kosten-Nutzen-Analyse zu senken nicht weiter.

Doch diese 3 Gebote oder Rückschlüsse lassen aufhorchen:

  1. Pricing: Keine sofortigen Änderungen in der Preisgestaltung der heute angebotenen Produkte und Dienstleistungen.
  2. Digital Marketing: Größerer Push und bessere Nutzung der Möglichkeiten wie Content, Podcasts, Webinare und Automatisierung/Mechanisierung.
  3. Marketing: Werbe- und Branding-Kampagnen in das 2. Halbjahr verschieben.

Digital Marketing ist in diesen schwierigen Zeiten noch wichtiger geworden als zuvor. Es gilt also die gestrafftem Budget Gelder optimal einzusetzen, um effizienter zu arbeiten. Die Webseite zu überprüfen versteht sich da als kostengünstige und effektive Massnahme, um z.B. die Customer Journey zu optimieren. Dabei gilt es laut den Studienteilnehmern auch neuere technische Möglichkeiten zu nutzen, wie das z.B. die deutschen Marketing Clubs mit Webinaren versuchen. Für die Marketing Clubs ist es eine effektive Strategie, um die gezwungenermaßen abgesagten Veranstaltungen in diesem Frühjahr zu kompensieren.

Datei mit Resultaten der EMC Umfrage – Kurzbericht – Download PDF – Anklicken